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01.08.2019

Data Literacy und Data Science für den Mittelstand - Baden-Württembergisches Konsortium entwickelt Schulungen zur Digitalisierung

(Foto: Eberhardt/Uni Ulm): Das Konsortium „Data Literacy und Data Science“ beim Kick-off-Meeting an der Universität Ulm

Neun Universitäten und Hochschulen in Baden-Württemberg darunter die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mannheim entwickeln in einem gemeinsamen Projekt neue Schulungs- und Qualifizierungsangebote zur Sammlung, Bewertung und Nutzung großer Datenmengen, die in Unternehmen anfallen. Dabei werden ganz unterschiedliche Bildungsformate eingesetzt – Online- und Präsenzelemente ergänzen sich. Die Weiterbildungsangebote richten sich speziell an mittelständische Unternehmen. Das Projekt „Data Literacy und Data Science“ wird bis Ende 2021 mit knapp einer Million Euro aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert. Eine weitere Million Euro steuern das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und die Projektpartner jeweils hälftig bei.

„Große, unstrukturierte Datenmengen zu analysieren und zu bewerten, ist im digitalen Zeitalter die zentrale Voraussetzung für erfolgreiche Wissenschaft und Wirtschaft und daher eine Kernkompetenz der Beschäftigten. Die unterschiedlichen Bildungsformate, die im Verbundprojekt entstehen, werden Mitarbeiter*innen in die Lage versetzen, das Potential digitaler Daten für den Unternehmenserfolg zu erkennen und zu nutzen“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer zum Projekt „Data Literacy und Data Science“.

Die neuen Weiterbildungsangebote aus dem Bereich Data Science haben ein klares Ziel: „Die Kompetenz des Mittelstands in der Erfassung und Auswertung von massiven Datenmengen soll gestärkt werden. Dadurch versetzen wir Unternehmen in die Lage, aus den gewonnenen Daten die richtigen Schlüsse zu ziehen“, so der Projektleiter, Professor Hermann Schumacher, geschäftsführender Direktor der School of Advanced Professional Studies (SAPS). Dieses Zentrum für die berufsbegleitende wissenschaftliche Weiterbildung haben Universität und Technische Hochschule Ulm gemeinsam gegründet. Neben den Ulmer Hochschulen sind Bildungseinrichtungen aus dem ganzen Land am Projekt „Data Literacy und Data Science“ beteiligt. Somit sind Präsenz- und Informationsveranstaltungen im gesamten Bundesland für Teilnehmende und alle Interessierten auf kurzem Wege erreichbar.

Die neuen Schulungs- und Qualifizierungsangebote sind auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) abgestimmt: Diese Zielgruppe wünscht sich Lösungen für aktuelle Problemstellungen und nachvollziehbare Beispiele mit Bezug zum eigenen Unternehmen. Als Gründe für die derzeit noch geringe Akzeptanz von Data Science in KMU werden oft fehlende Anwendungsbeispiele, zu hohe Kosten und mangelndes Wissen über den Nutzen von Big Data und Big Data-Analysen für das eigene Unternehmen angeführt. Diese Bedenken wollen die Projektpartner mit ihren Schulungen entkräften.

Die Weiterbildungsangebote richten sich sowohl an Entscheider*innen, die grundlegendes Wissen im Bereich Data Science erwerben wollen, als auch an Anwender*innen, die Daten mit vorhandenen Werkzeugen und Methoden analysieren. Zudem werden spezielle Lernformate für Experten*innen angeboten, die mit neuartigen, datenbasierten Lösungsansätzen auf Probleme reagieren. Für diese Zielgruppen kombinieren die Weiterbildungsangebote eine theoretisch fundierte Wissensvermittlung mit starkem Anwendungsbezug. Ein gestuftes Qualifizierungskonzept umfasst Präsenz- sowie Online-Elemente in Form von Vorträgen, ein- oder mehrtägigen Workshops oder ganzen Studienmodulen. Als besonderes Angebot für KMU werden so genannte Data Labs an der Technischen Hochschule Ulm aufgebaut, in denen konkrete Fallbeispiele getestet werden: Anhand von Daten aus Unternehmen können Analysten und Datenwissenschaftler den Wert der Daten herausdestillieren und eine Bewertung herbeiführen.

Das Thema Data Science ist interdisziplinär, so dass mehrere Fachbereiche eingebunden werden müssen. In den Weiterbildungsangeboten werden also nicht nur Grundlagen aus Mathematik und Informatik, sondern auch betriebswirtschaftliche Kompetenzen zur datengetriebenen Entscheidungsfindung, für digitale Geschäftsmodelle oder die digitale Transformation vermittelt. Aus dem Informatikbereich kommen Elemente wie Programmierung, Datenbanken, Data Mining, Internet-of-Things-Systemmodellierung oder das Thema „Datenwerkzeuge“ hinzu. Darüber hinaus spielen in allen Schulungs- und Qualifizierungsangeboten übergeordnete Themen wie Data Privacy, Data Compliance, Datenethik und grundlegende Datenkompetenz eine Rolle.

Neben der federführenden Universität und der Technischen Hochschule Ulm sind das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Universität Mannheim sowie die Hochschulen Furtwangen, Albstadt-Sigmaringen und Biberach, die Hochschule der Medien in Stuttgart und die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) mit dem Standort Mannheim und dem CAS (Center of Advanced Studies) am Projekt beteiligt. Als externer Partner unterstützt die SICOS GmbH, ein Spezialist für Simulationen und Big Data. Erste Weiterbildungsangebote sollen noch in diesem Jahr starten.

Die DHBW Mannheim und das CAS sind an der Konzeption und Entwicklung von Modulen beteiligt, welche später am CAS angeboten werden. Außerdem ermöglicht das Enterprise Date Science Center (EDSC) der DHBW Mannheim durch die Bereitstellung einer individualisierten, virtualisierten und skalierbaren Umgebung umfangreiche Datenanalysen von Unternehmenspartnern.

Ansprechpartner
Prof. Dr. Harald Kornmayer

DHBW Mannheim

Studiengang Informationstechnik

Coblitzallee 1-9, 68163 Mannheim

Tel. (0621) 4105 1334

E-Mail: harald.kornmayer(at)dhbw-mannheim.de

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