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03.12.2018

Patientenversorgung neu denken mit dem dualen Master-Studiengang Advanced Practice in Healthcare

Überlastete Ärztinnen und Ärzte auf der einen Seite – wenig attraktive Pflegeberufe ohne wissenschaftliche Weiterbildungsmöglichkeiten auf der anderen. Längst sollen die verschiedenen Fachkräfte im Gesundheitssystem besser zusammenarbeiten und vonei-nander profitieren. Der neue Duale Master Advanced Practice in Healthcare des Center for Advanced Studies der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW CAS) ebnet den Weg dorthin.

 „Wir brauchen akademisch auf Master-Niveau ausgebildete Pflegekräfte, um die Qualität des deutschen Gesundheitssystems unter den aktuellen Rahmenbedingungen beibehalten zu können“, sagt Helene Maucher. Die Pflegedirektorin der Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm weiß, wovon sie spricht: „In Zeiten immer komplexerer Krankheitsbilder oder auch der Digitalisierung – bei gleichzeitig hohem Kostendruck – brauchen Ärzte starke Partner an ihrer Seite. Sie sind keine Prozessmanager!“ In ihrem Haus gibt sie den Medizinerinnen und Medizinern daher so viel Luft wie möglich, um ihren Stärken in der Therapie und Diagnostik nachzugehen. Wenn es darum geht, Kranke durch das System zu begleiten, sind andere Kräfte und eine gute Kultur der berufsgruppenübergreifenden, das heißt interprofessionellen Zusammenarbeit gefragt. 

Maucher hat die Chance ergriffen, die Pflegeberufe in ihrem Haus durch die neue Aufgabenverteilung attraktiver zu machen. Ihre Kliniken haben sich als Dualer Partner der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) gemeinsam mit anderen Trägern der Branche beim Aufbau des neuen Master-Studiengangs „Advanced Practice in Healthcare“ engagiert. Ab April 2019 können sich hier Fachkräfte mit gesundheitsbezogenem oder betriebswirtschaftlichem Bachelor-Abschluss fit für die gestiegenen Anforderungen im Gesundheitssystem machen lassen. 

Sie kommen aus der Pflege, dem Hebammenwesen, der Arztassistenz, Medizintechnischen Wissenschaften oder Therapieberufen aber auch aus dem Gesundheitsmanagement, der Gesundheitsökonomie, Public Health oder der Sozialen Arbeit und anderen Zweigen. Dank des dualen Studiums bleiben sie durchgängig in ihrem Beruf, bringen praktische Fragestellungen in die meist dreitägigen Veranstaltungsblöcke mit und wenden das Gelernte durch den berufsintegrierenden Ansatz direkt in der Praxis an. 

„Als Fach-, Führungs-, und Lehrkräfte werden unsere Absolventinnen und Absolventen sowohl auf betriebswirtschaftliche als auch auf gesundheitswissenschaftliche Fragen Antworten finden“, erläutert Prof. Anke Simon, die die Unterkommission Master Gesundheit an der DHBW gemeinsam mit Prof. Björn Maier leitet. Der ergänzt: „Wer in unserem Master die Studienrichtung Management & Leadership studiert, erhält umfassende Kenntnisse, um Patienten, Klienten und deren Angehörige hochwertig und gleichzeitig kostenbewusst zu versorgen und zu betreuen.“ Folgen werden die Studienrichtungen Health Professional Education, ebenfalls als Master of Arts (M.A.) und Advanced Clinical Practice als Master of Science (M. Sc.) Zudem können Interessierte einzelne Master-Module als wissenschaftliche Weiterbildung belegen. Sie schließen diese mit einem Zertifikat ab und können sich die erbrachte Leistung auf ein späteres Master-Studium anrechnen lassen. 

„Der Duale Master Advanced Practice in Healthcare macht das Master-Studienangebot der Dualen Hochschule noch breiter“, erklärt der Dekan des Fachbereichs Wirtschaft des DHBW CAS Prof. Andreas Mitschele. „Durch unseren interdisziplinären Ansatz und den qualifizierten Erfahrungshintergrund aller unserer Studierenden profitieren die verschiedenen Seiten sogar weit über den Gesundheitssektor hinaus.“ 

Gerade bei chronischen oder seltenen Krankheiten, nach einem Schlaganfall oder auch im Schmerzmanagement ist es wichtig, neue Versorgungskonzepte zu etablieren, betonen Simon und Maier. Hier sind wissenschaftlich ausgebildete Fachkräfte gefragt, um fallbezogen zu arbei-ten, Konzepte zu evaluieren und neu aufzusetzen. „Master-Absolventen bringen dafür ideale Kompetenzen mit“, unterstützt die Pflegedirektorin Helene Maucher den neuen Ansatz. Der immer weiter steigende Bedarf im Gesundheitssystem und die parallel dazu wachsende Unzufriedenheit der Patientinnen und Patienten erhöhen laufend den Druck, weiß sie aus der Praxis. Ineffektive Strukturen müssten daher aufgespürt und zugunsten einer bestmöglichen Patientenversorgung ersetzt werden. Dies ginge jedoch nur „direkt am Patientenbett“, also in der Praxis. Daher sei es so wichtig, dass der Master nicht nur berufsbegleitend, sondern auch berufsintegrierend angeboten werde. „Hier ist ein Netzwerk entstanden, um in den vielfältigen Gesundheitsfachberufen gemeinsam Versorgungsverantwortung zu übernehmen, diese aufzuteilen und sich so gegenseitig zu ergänzen“, fasst Professorin Simon zusammen. 

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