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11.05.2017

Selbst ist die Frau: Girls’ Day 2017 an der DHBW Mannheim begeistert junge Mädchen für technische Berufe

Am Girls' Day testeten die Mädchen die Cocktailmaschine, die Studierende des Studienganges Elektrotechnik konstruiert und gebaut haben.

Einen spannenden Tag zwischen 3D-Druckern und Fußball spielenden Robotern durften am 27. April 24 Mädchen an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Mannheim erleben. Regelmäßig erhalten beim bundesweiten Girls’Day junge Frauen und Mädchen Einblicke in männerdominierte Berufe, um ihr Interesse an technischen Fachrichtungen zu wecken, ihnen berufliche Perspektiven aufzuzeigen und Mut für eine Karriere im Bereich Technik zu machen.

An gleich zwei Standorten beteiligte sich die DHBW Mannheim in diesem Jahr am Girls’Day mit einem abwechslungsreichen Programm und durfte sich über rege Beteiligung freuen.

Am Campus Coblitzallee begrüßte Dr.-Ing. Alexandra Dunz, Professorin im Studiengang Maschinenbau und Koordinatorin des Girls´Day elf junge Entdeckerinnen im Alter von elf bis 16 Jahren, bevor die Mädchen im Erzähl-Café die Möglichkeit nutzten Informationen bezüglich des Studiums und ihrer beruflichen Perspektiven aus erster Hand zu bekommen. In unbeschwerter Atmosphäre konnten die Schülerinnen ihre Fragen an Studentinnen und Ingenieurinnen richten und Interessantes über deren Alltag und das duale Studium an der DHBW Mannheim erfahren. Richtiges Studentenfeeling erlebten sie anschließend im Vorlesungssaal, als sie an einer Schnuppervorlesung im Studiengang Maschinenbau teilnahmen.

Nach dem Mittagessen in der Mensa ging es für die interessierten Jungstudentinnen ins Maschinenbaulabor. Dort stand die Besichtigung und Erklärung der 3D-Drucker und Roboter auf dem Programm. So erfuhren sie zum Beispiel von Laboringenieur Florian Craß, dass ein 3D-Drucker am stabilsten in Wabenform druckt und dass besonders feingliedrige Kunststoffstücke von sehr teuren 3D-Druckern hergestellt werden müssen. Fasziniert durften die Mädchen zuschauen, wie ein 3D-Drucker vor ihren Augen kleine Spielzeugroboter entstehen ließ und wie ein automatisierter Roboter-Greifarm selbständig eine Platine Schritt für Schritt zusammenbaute. Ganz nach dem Motto „Selbst ist die Frau“ durften die Schülerinnen unter der Leitung von Diplom-Ingenieur Christoph Höfer schließlich auch selbst Hand anlegen und einen Roboter-Greifarm steuern.

Anschließend stellten die Informatikstudenten Sebastian und Arne ihre Studenteninitiative, die der Roboterfußballmannschaft TIGERS vor, die sich mit dem Bau, der Programmierung und Turnierteilnahme von Fußballrobotern beschäftigt. Ihr Ziel ist es, bei internationalen Turnieren, dem Robo-Cup, die gegnerischen Teams mit ihrer selbst programmierten Software ihrer Roboter zu übertreffen und in möglichst viele Tore zu schießen. Bei ihren Erklärungen motivierten sie die jungen Mädchen sich für diesen Sport zu begeistern, denn es gäbe durchaus auch weibliche Programmierer unter den TIGERS.

Abgerundet wurde der Tag schließlich mit der Vorstellung einer im Studiengang Elektrotechnik konstruierten und voll funktionsfähigen Cocktailmaschine durch Laboringenieur Rudolph Vogel. Die im Rahmen einer Studienarbeit entwickelte Maschine mixt verschiedene Getränke im richtigen Verhältnis nach Rezepten bekannter Cocktails. Die begeisterten Jungstudentinnen gewannen so einerseits Einblicke in die Laborarbeitsplätze des Studiengangs Elektrotechnik und zum anderen erste Kenntnisse in der elektrotechnischen Disziplin der Automation.

Auf dem Campus in Eppelheim stand für zehn interessierte Jungstudentinnen im Alter von 13 bis 16 Jahren zunächst eine Campusführung auf dem Programm, während der die Mädchen die Vorlesungsräume und Labore erkundeten und schließlich auch in eine Vorlesung von Professor Dr. Lilit Mkrtchyan hereinschnupperten. Die erste Beobachtung der Teilnehmerinnen: In dem Kurs saßen fast nur männliche Studenten! Das schreckte die Mädchen jedoch keineswegs ab. Im Gegenteil! Sie seien ja unter anderem auch deshalb hier, um dieses Phänomen zu ändern und zu beweisen, dass es auch anders gehe,  war die einhellige Meinung der Schülerinnen, die sich dadurch noch bestärkter darin fühlten, nach dem Abitur ein Technikstudium zu beginnen.

Anschließend durften sich die Mädchen auch in Eppelheim bei technischen Experimenten im Labor erste Erfahrungen sammeln. Die Laborleiter Fred Ackermann, Bernd Deimel und Gerhard Haselmann zeigten den Mädchen, wie sie einen Industrieroboter bedienen, Förderbänder programmieren und steuern und mit einem Laser Plexiglas bearbeiten können. So lernten sie verschiedene Seiten des Technikstudiums kennen und stellten fest, wie viel Spaß es macht, Theorie und Praxis in Experimenten miteinander zu verbinden.

Die Mittagspause in der Mensa gab schließlich Gelegenheit, das bisher Gesehene auszuwerten und von Studierenden mehr über das Studium an der DHBW Mannheim zu erfahren. Am Nachmittag stand dann die Absolventin Sarah Thölke, die inzwischen als Masterandin bei Daimler tätig ist, Rede und Antwort. Thölke berichtete über ihre Beweggründe für ein technisches duales Studium und über ihren Werdegang an der DHBW Mannheim. Um zu veranschaulichen, was nun zu ihren Aufgaben bei Daimler zählt und wozu sie das Studium befähigt hat, stellte sie eine mitgebrachte Komponente der Abgasanlage eines Motors vor und ließ dabei ihre Begeisterung am Fach auf die Mädchen überspringen.

Weitere Motoren galt es im Anschluss mit dem akademischen Mitarbeiter Wilhelm Wiebe in den Werkstatthallen des Campus zu entdecken. Die Schülerinnen erhielten hier Einblicke in die Funktionsweise von Dieselmotoren sowie der Brennstoffzelle, die den Motoren von Elektroautos zugrunde liegt, und merkten einmal mehr, wie spannend und zukunftssicher das technische Studium ist. Dies zeigte nicht zuletzt auch der abschließende Vortrag von Prof. Dr. Mkrtchyan, der sich um die Sicherung von Bauelementen, die beispielsweise bei Autos besonders wichtig ist, drehte.

So gingen am Ende des Tages viele begeisterte Mädchen mit der Erkenntnis nach Hause, dass Technik zwar kompliziert erscheinen mag, aber auch aber viel Spaß macht und definitiv auch etwas für Mädchen ist!

Seit 2001 öffnen Unternehmen, Betriebe und Hochschulen ihre Türen ganz gezielt für junge neugierige Mädchen und geben ihnen Gelegenheit, sich über berufliche Möglichkeiten in den Bereichen IT, Naturwissenschaften und Technik zu informieren. Insbesondere vor dem Hintergrund des nach wie vor anhaltenden Ingenieurmangels gilt es, das weibliche Potenzial für die bisher noch viel zu stark von Männern besetzten Berufe zu aktivieren und frühzeitig mögliche Hemmschwellen und Ängste abzubauen. Denn junge Frauen in Deutschland verfügen über eine besonders gute Schulbildung, wählen aber noch viel zu selten ein Studium oder eine Ausbildung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich.

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