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18.06.2012

TIGERs der DHBW Mannheim qualifizieren sich für die Robocup-WM 2012 in Mexico

Das Team der Tigers auf Erfolgsspur!

Bereits zum zweiten Mal qualifizieren sich die TIGERs, ein interdisziplinäres Team aus Studierenden der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mannheim, für die Weltmeisterschaft im Roboterfußball. Ein weiteres Jahr der Entwicklung steckt in den Robotern und das gesamte Team ist optimistisch, dass die Vorrunde des Turniers, das in diesem Jahr vom 18. bis 24. Juni in Mexico stattfindet, erfolgreich überstanden wird.

Georg Leuschel, Oliver Steinbrecher und Linda Rülicke vom Team der TIGERS blicken stolz auf den zylindrisch Roboter vor ihnen auf dem Tisch. Heute beginnt die Weltmeisterschaft im Roboterfußball in Mexico-City und wenn dort kleine ferngesteuerte Roboter um den Cup kicken, ist das Team der DHBW Mannheim dabei.

TIGERS, das steht für „Team Interacting Game Evolving Robots“ - dahinter steht eine Gruppe von etwa 50 Studenten, die in ihrer Freizeit Roboter entwickeln, die völlig autonom Fußball spielen. Alles ist von Grund auf von den Studenten entwickelt worden: die Roboter, die Steuerungssoftware, von der Schusseinheit bis hin zur Kommunikationssoftware, einfach alles.  

„Am Anfang war da nur die Idee - ein weißes Blatt Papier“, gesteht Georg rückblickend. Obwohl er selbst erst später ins Team kam, teilt er die Leidenschaft, etwas Neues zu schaffen, wie wohl alle Ingenieure und Informatiker. Es ist dieser Entwicklungsdrang, der die Studenten tagtäglich motiviert die TIGERS weiterzuentwickeln.  

Bereits im letzten Jahr konnten sich die TIGERS für die WM qualifizieren und wiederholten ihren Erfolg dieses Jahr gleich wieder. Insgesamt treten etwa 23 Teams in der Klasse „Small Size“ an. Diese werden sich zunächst in einer Gruppenphase miteinander messen, von denen sich dann der Erst- und Zweiplatzierte für die KO-Runde qualifiziert. Besonderes kritisch beobachten die Mannheimer das Team Skuba aus Thailand, das schon dreimal hintereinander die WM für sich entscheiden konnte. Belächelt werden hingegen die großen Namen wie das Massachusetts Institute of Technology (MIT), deren Team noch mit Kinderkrankheiten zu kämpfen hat und für die TIGERS derzeit keine ernstzunehmende Konkurrenz darstellt.  

Auf dem Boden im TIGERS-Labor an der DHBW Mannheim ist ein Spielfeld aus grünem Filz aufgebaut. Es ist exakt 6.05 Meter lang und 4,05 Meter breit und ähnelt einem Spielteppich für Kinder. Darauf ruhen vier Roboter, darüber hängen zwei Kameras, die das Spielgeschehen mit einer Frequenz von 30 Bildern pro Sekunde aufzeichnen und durch den zentralen Server auswerten lassen. Dieser schickt dann die Kommandos per Funk an die Spielroboter weiter. Am Spielfeldrand sitzen zwei Programmierer tief über ihre Laptops gebeugt, während ihre Finger klappernd über die Tastatur fliegen. Sie haben nur Augen für den Code, der in ruckelnden Bewegungen über den Monitor läuft.  

Beim RoboCup gelten die gleichen Regeln wie beim normalen Fußball. Es gibt zwei Teams, zwei Tore, zwei Halbzeiten und wer am Ende mehr Tore geschossen hat, gewinnt. Tatsächlich ist das Reglement sehr dünn, bezieht aber auch technische Anforderungen mit ein. So muss ein Roboter in einen Zylinder passen, der einen Durchmesser von 180 Millimeter und eine Höhe von 150 Millimeter hat. Außerdem darf ein Roboter den Ball beim Dribbeln nur zu 20 Prozent verdecken, damit gegnerischen Roboter nicht die Chance genommen wird, ihm den Ball abzunehmen.  

Tatsächlich kann ein Spiel in atemberaubendem Tempo verlaufen. Dribblings und Pässe mit dem orangefarbenen Golfball sind durchaus auf Champions League Niveau. Menschen dürfen bei dem Spiel nicht eingreifen, sondern die Roboter sollen völlig autonom spielen.  Aber es ist natürlich ein menschlicher Schiedsrichter anwesend, der für die Einhaltung der Regeln sorgt - denn Fouls sind tatsächlich möglich. Etwa wenn ein Roboter einen anderen rammt und beschädigt. Und das kann – im Strafraum geschehen – zum Elfmeter führen.

Die Qualifikation lief auch in diesem Jahr für die TIGERS erfreulich problemlos. Die Hürden für eine Qualifikation sind vergleichsweise niedrig, wenn man die größte Herausforderung, die Entwicklung und Programmierung der Roboter, überwunden hat. Da es weder eine Bundesliga noch eine Nationalmannschaft gibt, qualifizieren sich die Teams nicht über Spiele, sondern über ein Qualifikationsvideo und ein technisches Datenblatt, in dem alle Fähigkeiten der Roboter aufgelistet sind.      

Zum Hintergrund
Angefangen hat alles im November 2008, als eine Gruppe Informatik- und Maschinenbau-Studenten es sich zum Ziel gesetzt hat, ein eigenes Robocup-Team auf die Beine oder besser gesagt, auf die Gummiräder zu stellen. Obwohl heute keines der Gründungsmitglieder mehr aktiv im Team ist, sind die TIGERS mit etwa 50 Studenten so groß wie nie zuvor. Dabei beschränkt sich das Team nicht auf eine Fachrichtung, sondern quasi aus jedem Studiengang sind Aktive dabei und engagierte Studenten werden ständig gesucht.    
„Wir können jeden gebrauchen“, sagt Linda. „Klar, stehen die technischen Fächer im Vordergrund, aber auch Marketing, Organisation, Projektmanagement oder Social Media dürfen nicht vernachlässigt werden.“ So studiert Linda, die im Marketing arbeitet, International Management for Business and IT (IMBIT). Entsprechend kümmert sie sich um den Webauftritt und Werbematerialien. „Einen Roboter kann ich zwar nicht zusammenbauen, aber darüber berichten, wie alles funktioniert“, sagt die Studentin und setzt das Team marketingmäßig ins rechte Licht.  

Nun fiebern alle gespannt der WM in Mexico zu und hoffen auf einen Sieg. Die DHBW Mannheim drückt in jedem Fall die Daumen – denn letztlich gilt das bewährte Motto: Dabei sein ist alles!          

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