

Crash-Simulationen und Kernkraftwerke

Seit dem 9. Mai lehrt Frau Professor Mkrtchyan an der DHBW in den Studiengängen Mechatronik und Engineering. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Materialmodellierung, die Festkörpermechanik, sowie die mathematische Modellierung industrieller Probleme. Im Interview mit der DHBW Mannheim spricht die armenische Professorin über ihre vielseitigen Erfahrungen als Expertin für die Begutachtung von Kernkraftwerken, die Finite-Elemente-Methode und ihren kleinen Hund Neo.
Hochschulredaktion: Was haben Sie vor Ihrem Ruf an die DHBW Mannheim gemacht?
Professor Mkrtchyan: Nach dem Mathematik- und Mechanikstudium an der Staatlichen Universität Eriwan in Armenien promovierte ich am Institut für Mechanik der Akademie der Wissenschaften Armeniens und arbeitete anschließend dort als Wissenschaftlerin. Durch ein Stipendium des Deutschen akademischen Austauschdienstes (DAAD) bot sich mir die Möglichkeit nach Deutschland zu kommen, um eine akademische Weiterbildung in Technomathematik an der TU Kaiserslautern zu absolvieren. Nach zwei Jahren wechselte ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Institut für Verbundwerkstoffe in Kaiserslautern. Dort leitete ich 6 Jahre lang Forschungs- und Industrieprojekte, meistens für die Automobilindustrie, betreute Studien- und Diplomarbeiten und hielt Lehrveranstaltungen an der TU Kaiserslautern. Mein Forschungsgebiet lag in der Entwicklung von Materialmodellen von Verbundwerkstoffen, Schaumstoffen usw. sowie dynamischen (Crash-) Simulationen mit Hilfe der Finite-Elemente-Methode. Weitere 6 Jahre arbeitete ich als Expertin auf dem Gebiet der Begutachtung und der FE-Analysen von Kernkraftwerken und deren Komponenten für verschiedene Industrieunternehmen wie Leybold Optics und TÜV SÜD Energietechnik. Ferner war ich im Bereich der Weiterentwicklung von kerntechnischen Regelwerken tätig.
Inwiefern können Studierende von Ihrem beruflichen und wissenschaftlichen Know-how profitieren?
Im Laufe meines beruflichen Werdegangs sammelte ich Erfahrungen sowohl in der Forschung als auch in der Anwendung in unterschiedlichen Branchen und verschiedenen Ländern. Ich denke, dadurch bin ich in der Lage, meinen Studenten ein breites Spektrum an Know-how anzubieten.
Was sind die Schwerpunkte Ihrer Lehrtätigkeit?
Die Schwerpunkte meiner Lehrtätigkeit werde ich auf die Finite-Elemente-Methode, die Konstruktion sowie die Technische Mechanik legen.
Was reizt Sie an Ihrer neuen Aufgabe?
Haben Sie sich ein bestimmtes Ziel gesetzt? Eine Lehrtätigkeit an einer Hochschule hat mich immer gereizt. Ich hoffe, meine Studentinnen und Studenten für die praktische Umsetzung der, an der DHBW, erworbenen Kenntnisse zu ermutigen. Ich möchte mein Wissen und meine Erfahrungen weitergeben und ihnen neue Wege zeigen.
Wo liegen Ihre wissenschaftlichen Forschungsschwerpunkte?
Meine wissenschaftlichen Forschungsschwerpunkte liegen bei der Materialmodellierung, der mathematischen Modellierung industrieller Probleme und den verschiedenen Anwendungsgebieten der Festkörpermechanik.
Was ist für Sie das Besondere an der Dualen Hochschule?
Das Besondere an der Dualen Hochschule ist die enge Verzahnung von Theorie und Praxis sowie die erstaunlich hohe Motivation der Studierenden.
Gibt es noch etwas, das Sie Ihren Studierenden mit auf den Weg geben möchten?
Ich möchte meinen Studierenden mit auf den Weg geben, dass sie sich im Leben immer Ziele setzen und für diese kämpfen sollen, ohne sich jedoch von eventuellen Schwierigkeiten und Rückschlägen entmutigen zu lassen. Das Wissen, das sie an der Hochschule erwerben, dient ihnen als Grundbaustein für ihren zukünftigen beruflichen Werdegang. Glauben Sie an sich und an Ihre Fähigkeiten. Bleiben Sie sich treu und ganz wichtig: vielseitig! Haben Sie keine Angst vor neuen Herausforderungen, daran werden Sie wachsen! Denn Vielseitigkeit ist neben Fleiß und Ehrgeiz ein Schlüssel zum Erfolg.
Was machen Sie, wenn Sie nicht arbeiten?
Ich verbringe meine Zeit am liebsten mit meiner Familie, Freunden und mit unserem jüngsten Familienmitglied - mit unserem kleinen Hund Neo. Die restliche Zeit verbringe ich als Ausgleich zum Beruf mit Sport, Reisen und Lesen.
Vielen Dank für das Gespräch!
Das Interview führte Jessica Baker.
