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12.07.2016

Alumna der DHBW Mannheim ist heute eine der jüngsten Bürgermeisterinnen in Deutschland

Doch wie kam es dazu? So vielseitig wie das Studium an der DHBW Mannheim sind auch die Berufs- und Karrierewege ihrer Absolventinnen und Absolventen. Wie man es schafft zur Bürgermeisterin gewählt zu werden und dann auch noch zu einer der jüngsten in ganz Deutschland erzählt Jacqueline Förderer. Erst vor wenigen Tagen Anfang Juli hat die ehemalige DHBW-Studentin des Studiengangs BWL-Öffentliche Wirtschaft ihr Amt in Schrozberg angetreten und arbeitet hoch motiviert an ihren neuen Aufgaben und ihren gesteckten Zielen. Die DHBW Mannheim gratuliert ihr in jedem Fall sehr herzlich und wünscht ihr viel Erfolg.

Liebe Frau Förderer, Sie sind eine der jüngsten Bürgermeisterinnen Deutschlands.
Was hat Sie dazu bewogen sich mit 28 Jahren auf diese Stelle zu bewerben?

Bereits während dem Studium an der DHBW hatte ich die Idee einmal Bürgermeisterin zu werden. Wir hatten eine SBWL-Vorlesung zu Kommunalrecht und Kommunalwesen bei einem ehemaligen Bürgermeister und dieser hat von seinem sehr spannenden Beruf erzählt. Das hat mich sehr angesprochen. Als dann vor fast zwei Jahren eine Kollegin als Bürgermeisterin kandidiert hatte, habe ich mich wieder mit der Materie beschäftigt. Die Kollegin hatte die Wahl für sich entschieden und als sie uns verlassen hatte, legte sie mir nahe, nicht so lange mit einer Kandidatur zu warten - wenn ich wirklich Bürgermeisterin werden will, warum nicht schon bald?!
So habe ich dann immer wieder die Ausschreibungen im Blick behalten, mir einige Gemeinden auch angeschaut, aber beworben habe ich mich nur in Schrozberg, denn hier haben mir die Rahmenbedingungen sehr gut gefallen.

Was reizt Sie an der Arbeit als Bürgermeisterin? Was wollen Sie verändern?

Die Vielfältigkeit, die Abwechslung und der Kontakt zu den Menschen. Man hat mit vielen verschiedenen Themen zu tun, oftmals kann man morgens noch gar nicht so genau sagen, was einem im Laufe des Tages so alles erwartet. Man ist in alle Bereiche des Lebens involviert. Da kann morgens ein Spatenstich zur Erschließung eines Neubaugebiets, mittags eine diamantene Hochzeit, nachmittags ein Besuch einer Schulklasse und abends eine Jahreshauptversammlung von einer Genossenschaft oder einem Verein sein. Immer steht das Wohl der Gemeinde im Vordergrund, während man zwischen einzelnen Anliegen abwägen muss. Das finde ich total spannend.

Um etwas zu verändern, muss man erst einmal wissen, wie es bisher gelaufen ist. Da ich lediglich wenige Tage im Amt bin, verschaffe ich mir erst einmal einen Überblick über die bisherigen Abläufe und Themen. Klar ist jedoch, mit jeder neuen Person gibt es Veränderungen. Wie diese in Schrozberg aussehen werden, kann ich jedoch jetzt noch nicht sagen.

An der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim studierten Sie von 2008 bis 2011 „Öffentliche Wirtschaft – Kommunalwirtschaft“, welches Sie mit dem Abschluss „Bachelor of Arts“ abgeschlossen haben. Inwieweit hat Ihr Studium Sie auf Ihre neue Position vorbereitet?

Der Beruf des Bürgermeisters ist keiner, den man erlernen kann. Dennoch habe ich durch das Studium wichtige Grundlagen aus den Verwaltungswissenschaften und der Betriebswirtschaft gelernt. Durch das duale Studium, also der engen Verknüpfung von Theorie und Praxis, habe ich schon früh Einblicke in viele Bereiche einer Öffentlichen Verwaltung erhalten. Diese haben mich für meine weitere Tätigkeit bei der Stadt Mannheim qualifiziert, welche wiederrum Grundlage für meine heutige Arbeit als Bürgermeisterin ist.

Das duale Studium besteht aus Theorie- und Praxisphasen. Würden Sie sagen, dass diese Mischung Ihnen einen besseren Start in das Berufsleben erlaubt hat als ein klassisches Studium?

Definitiv ja. Ich bin ein sehr praxisbezogener Mensch. Wenn ich etwas umsetzen kann oder in der Praxis erarbeiten kann, habe ich den größten Lerneffekt für mich. Das habe ich schon während meiner Schulzeit festgestellt und habe mich daher ganz bewusst für ein duales Studium entschieden, um eben von dieser Verknüpfung von Theorie und Praxis für mich zu profitieren.

Haben Sie sich schon während Ihres Studiums politisch engagiert oder entwickelte sich dieses Interesse erst nach Ihrem Studium?

Bis zu meiner Kandidatur habe ich mich überhaupt nicht politisch engagiert. Ich habe mich lediglich politisch interessiert. Ich bin unter anderem auch daher als parteilose Kandidatin angetreten und habe auch weiterhin vor parteilos zu bleiben und somit neutral mit dem Gemeinderat zu arbeiten.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft? Wollen Sie auch langfristig in der Politik bleiben?

Ich habe mein Ziel Bürgermeisterin zu werden viel früher erreicht, als ich das je für möglich gehalten habe. Daher muss ich für meine Zukunft erst wieder neue Pläne schmieden. Nun möchte ich mich erst einmal in Schrozberg einleben und in meine neue Aufgabe einfinden. Ich kann mir jedoch vorstellen, langfristig in der Politik zu bleiben. Hier hat man die Möglichkeit die Zukunft, je nach Ebene für eine Region oder gar eine ganze Gesellschaft zu gestalten und Veränderungen voranzutreiben.

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