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24.02.2016

„Die digitalen Medien zeichnen sich durch eine hohe Innovationsdynamik aus. Um das Wesen dieser rasanten Entwicklungen zu verstehen, braucht es eine anhaltende Faszination für das Neue und ein Instrumentarium für die Analyse und Einordnung der Phänomene"

Prof. Dr. Stefan Heng verstärkt seit Januar 2016 den Studienbereich Wirtschaft - Digitale Medien. Mit seiner langjährigen Erfahrung im Research eines Finanzdienstleisters möchte er bei den Studierenden bezüglich Innovationen eine gesunde Balance zwischen Faszination und kritischer Auseinandersetzung schaffen und dabei den Blick über den Tellerrand der eigenen Fachrichtung fördern.

Was haben Sie vor Ihrem Ruf an die DHBW gemacht?

Ich war lange für einen internationalen Finanzdienstleister tätig und verantwortete zuletzt im Think Tank der Konzernzentrale das Research im Bereich ‚Digitale Transformation der Wirtschaft’. Dabei nahm ich unter anderem am Austauschprogramm ‚Öffentliche Hand – Privatwirtschaft‘ teil und engagierte mich im Expertenkreis des Breitbandgipfels, im strategischen Beirat eines Verbandes und im Preiskomitee einer Zukunftskonferenz. Meine akademische Laufbahn startete ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter eines international besetzten DFG-Schwerpunktprogramms und als Koordinator eines interdisziplinären Vertiefungsfaches. Promoviert habe ich an der Universität Mannheim mit einer ökonomischen Untersuchung zum Verkehrsinfrastrukturausbau.

Inwiefern können Studierende von Ihrem beruflichen und wissenschaftlichen Know-how profitieren?

Bei all meinen Aufgaben war es mir immer eine Herzensangelegenheit, am Puls der Zeit zu sein und damit meine Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Hierzu waren die inhaltliche Faszination und die Fähigkeit zur kritischen Auseinandersetzung ebenso wichtig wie die Selbstorganisation und der persönliche Kontakt zu den relevanten Fachvertretern – von Wirtschaft und Wissenschaft bis hin zu Administration und Politik. Dabei habe ich gelernt, ein Thema möglichst präzise aber gleichzeitig auch in verständlichen Formulierungen, kurz und knapp herüber zu bringen. Das möchte ich auch meinen Studierenden vermitteln.

Wo liegen Ihre wissenschaftlichen Forschungsschwerpunkte?

Ich untersuche die wirtschaftlichen Aspekte der digitalen Transformation. Von besonderer Relevanz ist dabei - naheliegender Weise - der Bereich digitale Medien aber auch die Telekommunikation und die IT. Derzeit interessieren mich speziell die ökonomischen Fragestellungen bezüglich NGA-Ausbau, Elektromedizin, Augmented Reality und Industrie 4.0.

Gibt es noch etwas, das Sie Ihren Studierenden mit auf den Weg geben möchten?

Bei allem Druck, den die durchaus vollen Stundenpläne mit sich bringen, sollte es letztlich darum gehen, dass die Studierenden das notwendige Handwerkszeug für ihren weiteren Berufsweg mitbekommen aber darüber hinaus ihre Zeit bei uns als motivierenden Einstieg in einen lebenslangen Lernprozess erfahren. Von daher lege ich den Studierenden ans Herz, die vielfältigen Angebote in unserer interessanten Hochschulregion wahrzunehmen und dabei – soweit möglich – immer wieder den faszinierenden Blick über den Tellerrand der eigenen Fachrichtung hinaus zu wagen.

Was machen Sie, wenn Sie nicht arbeiten?

Ich verbringe gerne Zeit mit meiner Familie. Von meinen kleinen Töchtern lerne ich gerade wieder, die Welt aus ganz anderer Perspektive zu deuten. Wenn irgendwann zwischen Lehre, Forschung und Familie noch Zeit bleibt, jogge ich, gehe ins Theater oder engagiere mich ehrenamtlich.

Das Interview führte Carolin Schwarzer

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