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26.10.2016

„Leben in Lehrinhalte bringen“

Seit September diesen Jahres verstärkt Prof. Dr. Andreas Jonen den Bereich Accounting und Controlling der Fakultät Wirtschaft. Es ist ihm besonders wichtig, die Ergebnisse aktueller Forschungen sowie Beispiele aus der Praxis in seine Vorlesungen miteinfließen zu lassen und moderne digitale Lehrformen einzusetzen.

Was haben Sie vor Ihrem Ruf an die DHBW gemacht?

Zunächst habe ich Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Universität Kaiserslautern und der Universität Warwick in Großbritannien studiert und im Anschluss als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Unternehmensrechnung und Controlling in Kaiserslautern gearbeitet. Während dieser Zeit promovierte ich im Bereich Risikocontrolling.

Anschließend habe ich bei einem großen Anlagenbauer in der Internen Revision gearbeitet und bin dann zu einem Maschinenbauunternehmen an den Bodensee gewechselt. Dort war ich zunächst Leiter der internen Revision, später verantwortete ich den Bereich ‚strategische Projekte und Risikomanagement’. Ich führte außerdem Akquisitionstätigkeiten aus und war zeitweise Geschäftsführer der spanischen Niederlassung.

Zuletzt war ich Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule für Technik in Stuttgart.

Inwiefern können Studierende von Ihrem beruflichen und wissenschaftlichen Know-how profitieren?

Durch meine breiten Praxiserfahrungen bei der Prüfung und dem Aufbau von Controllinginstrumenten in allen relevanten Bereichen - beginnend bei der operativen Führung einer Gesellschaft bis hin zur Strategieumsetzung für ein Konzernunternehmen - habe ich in der Realität unzählige Situationen erlebt, die nun als Beispiele in meine Lehre einfließen. Dadurch können die teilweise etwas trockenen Theorien und abstrakten Instrumente „mit Leben gefüllt“ werden.

Die Erkenntnisse meiner wissenschaftlichen Tätigkeit sind immer Bestandteil meiner Lehrveranstaltungen gewesen, sodass eine wissenschaftliche Fundierung und eine hohe Aktualität auch weiterhin garantiert sein werden. Dieses Wissen kann ich an die Studierenden weitergeben, wenn sie wissenschaftliche Arbeiten anfertigen müssen.

Was sind die Schwerpunkte Ihrer Lehrtätigkeit?

Der Schwerpunkt der Lehre liegt bei Veranstaltungen aus den Disziplinen Kostenrechnung und Controlling. Dies beginnt mit der Buchhaltung und reicht bis zu speziellen Controllingbereichen wie dem Beschaffungscontrolling. Darüber hinaus werden auch Fächer wie Mergers & Acquisitions oder Interne Revision zu meinem Lehrgebiet gehören.

Wo liegen Ihre Forschungsschwerpunkte? Können Sie Forschung und Lehre kombinieren?

Meine aktuellen Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Ausgestaltung des Multiprojektmanagements mit Unterstützung von revisionsorientierten Elementen und den Spezifika von Akquisitionen im mittelständischen Umfeld. Mein Ziel ist es, die Tätigkeiten in der Forschung nach den Jahren in der Praxis wieder zu intensiveren.

Die in der Forschung erarbeiteten Ergebnisse fließen oder sind bereits in meine Lehrveranstaltungen als fester Bestandteil eingeflossen. Studentische wissenschaftliche Arbeiten, wie Projektarbeiten oder Bachelorarbeiten versuche ich rund um die relevanten Forschungsbereiche zu platzieren.

Was reizt Sie an Ihrer Aufgabe? Haben Sie sich ein bestimmtes Ziel gesetzt?

Die Lehre hat mir schon seit meinen ersten Tagen als Assistent sehr viel Erfüllung bereitet. Die Herausforderung bestimmte Inhalte in eine Form zu verpacken, welche den Studierenden leicht verständlich ist, empfinde ich immer wieder als sehr spannende Aufgabe.

Bei meinen Lehrveranstaltungen versuche ich, wann immer es möglich ist, digitale Lehrformen einzubringen. Hier möchte ich noch weitere Erfahrungen sammeln, um herauszufinden, welche Methode zu welchem Lehrinhalt passt. Ich bin auf jeden Fall schon jetzt überzeugt, dass auf diesem Weg der Lernerfolg deutlich gesteigert werden kann.

Was reizt Sie gerade an der Lehrtätigkeit an der DHBW? Was ist für Sie das Besondere an der Dualen Hochschule?

Ich habe schon vor einigen Jahren begonnen, nebenberuflich als Dozent an der Dualen Hochschule in Stuttgart zu lehren. Dabei habe ich die Möglichkeit gehabt, die Studierenden an dieser speziellen Hochschulform kennen zu lernen. Durch den intensiven Praxisbezug während der Studienzeit war es möglich, die Vorlesung mit Beispielen aus ihrem Erfahrungsschatz anzureichern. Ich habe die dualen Studierenden außerdem als motiviert und zielgerichtet kennengelernt.

Gibt es etwas, das Sie Ihren Studierenden mit auf den Weg geben möchten?

Für mich ist es wichtig, dass die Studierenden versuchen trotz des engen Korsetts durch den Studienplan auch ihre Interessen und Neigungen im Studium umzusetzen. Dies kann beispielsweise über das Studium Generale geschehen, die Mitarbeit in einer studentischen Gruppe oder einem Auslandsaufenthalt.

Was machen Sie, wenn Sie nicht arbeiten?

Wenn ich etwas Zeit finde, versuche ich Sport zu treiben. Momentan beschränkt sich dies meistens auf das Fitnessstudio. Außerdem unternehme ich gerne etwas mit meinen beiden Söhnen und versuche meiner Leidenschaft, dem Reisen, auch mit zwei kleinen Kindern weiter intensiv nachzugehen.

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