DHBW Mannheim gefragter denn je
Umbau der bestehenden Gebäude am Campus für 2,9 Millionen geplant
Auch in wirtschaftlich äußerst angespannten Zeiten setzen die Partnerunternehmen der DHBW Mannheim bei ihrer Nachwuchsentwicklung auf das duale Studium. Denn nach wie vor garantieren ihre unschlagbaren Stärken wie Praxisnähe, kleine Kursgrößen und eine sehr hohe Employability ein berufsorientiertes Studium mit hervorragenden Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt.
Insbesondere vor dem Hintergrund der derzeitigen Krisenzeiten bestätigen die diesjährigen Kennzahlen der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mannheim erneut das Erfolgskonzept des dualen Studiums. Mit Beginn des Studienjahrs 2009/2010 knüpft die DHBW Mannheim ohne Einbruch mit 2.013 Erstsemestern an ihren Vorjahreserfolg an und begrüßte zum 1. Oktober 2009 erneut einen ihrer stärksten Jahrgänge in ihrer Geschichte. Insgesamt steigt die Zahl der, an der dualen Hochschule eingeschriebenen Studierenden auf knapp 5.500, was einem Wachstum von elf Prozent entspricht.
Im Vergleich zum Vorjahr bleiben die Anfängerzahlen in allen Studiengängen nahezu stabil; sowohl in der Fakultät für Wirtschaft mit 1.426 Erstsemestern als auch in der Fakultät für Technik mit 587 Erstsemestern bleiben die Zahlen auf einem sehr hohen Niveau. Ein mehr als klares Zeichen von Seiten der Partnerunternehmen: auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten verliert das Thema Ausbildung nicht an Bedeutung und mit Blick auf den erwarteten Konjunkturaufschwung werden nahezu keine Studienplätze abgebaut.
Insgesamt sind es rund 2.000 Partnerunternehmen aus der Region und aus allen anderen Bundesländern, die in enger Kooperation mit der DHBW Mannheim zusammen arbeiten. Auch nach der Hochschulwerdung sind es nach wie vor vor allem die integrierten Praxisphasen im dualen System, die das Studium an der DHBW sowohl für Studierende als auch für Unternehmen gleichermaßen attraktiv macht verbunden mit einer hervorragenden Perspektive der Absolventen auf dem Arbeitsmarkt.
Trotz angespannter wirtschaftlicher Lage, in denen Schlagzeilen über Kurzarbeit, Stellenabbau und Insolvenzen das Tagesgeschehen beherrschen, liegt die sog. Übernahmequote der Absolventen nach dem dreijährigen Studium mit rund 82 Prozent erfreulich hoch. Die insgesamt 1.344 Absolventen, die in diesem Jahr erstmalig mit dem Bachelor einen akademischen Grad der Dualen Hochschule verliehen bekommen, zeichnen sich dabei neben ihrem Fachwissen durch ihr besonders hohes Maß an Employability und Praxiserfahrung aus, was sie äußerst attraktiv für den Arbeitsmarkt macht. Viele bleiben der Metropolregion als gesuchte Fach- und Führungskräfte erhalten. Gemessen an der Output-Rate liegt die DHBW Mannheim mit über 1.000 Absolventen in 2009 allein auf dem Gebiet der Betriebswirtschaft weiterhin vorn. Darunter sind in diesem Jahr zum ersten Mal auch Absolventen des Studiengangs BWL – Veranstaltungsmanagement.
Innovativ zeigt sich die DHBW Mannheim auch angesichts ihrer jüngst geschlossenen Bildungskooperation mit der Bundeswehr, denn durch die Kombination des Bachelor-Studiums mit der Laufbahnausbildung bei der Bundeswehr wird es den jungen Studierenden ermöglicht, in nur drei Jahren anstatt wie bisher vier Jahren die Befähigung für die Laufbahn des gehobenen technischen Dienstes zu erlangen. Die Absolventen können unmittelbar nach ihrem Abschluss in den öffentlichen Dienst einsteigen.
Die gleich bleibend hohen Erstsemesterzahlen sind für uns ein sehr großer Vertrauensbeweis von Seiten der Unternehmen - gleichzeitig aber auch Ansporn, betont Professor Dr. Johannes Beverungen, Rektor der DHBW Mannheim. Vor allem nach der Anerkennung zur Hochschule im Frühjahr dieses Jahres, möchten wir uns weiterhin bewähren. Einerseits in der Weiterführung unseres Studienangebotes auf einem qualitativ hohem Niveau, andererseits werden wir uns engagiert den neuen Aufgaben der Entwicklung von Masterprogrammen und dem Auftrag zur kooperativen Forschung widmen, so Beverungen weiter.
Qualitätsinitiative
Qualität ist daher zukünftig ein noch bedeutenderes Thema an der DHBW Mannheim. Nach der bereits erfolgten Einführung der Evaluierung der Lehre startete die Hochschule gemeinsam mit Ausbildungspartnern, Studierenden, Professoren, Lehrbeauftragten und Mitarbeitern eine Qualitätsinitiative. Damit stellte sie die Weichen für die künftige Qualitätssicherung mit dem Ziel, die hohen Qualitätsstandards auch in Zukunft sicherzustellen und sie auch auf die neuen Handlungsfelder kooperative Forschung und Masterprogramme zu übertragen.
Uns ist bewusst, dass in der modernen Hochschullandschaft keine Hochschule mehr am Thema Qualität vorbeikommt, betont Beverungen. Spitzenleistungen in Forschung und Lehre sind nur auf Basis hoher Qualitätsstandards möglich, die sich darüber hinaus im Wettbewerb als bedeutender Vorteilsfaktor erweisen. Für die DHBW spielte Qualität zeit ihres Bestehens eine entscheidende Rolle, da sie in besonderem Maße von der Zufriedenheit ihrer dualen Partner abhängig ist.
Das Thema Qualität wird nach einem ersten Workshop aktiv in verschiedenen Arbeitsgruppen weiter verfolgt. Dabei ist eine Besonderheit die heterogene Zusammensetzung, die es erlaubt alle Aspekte und Interessen aller Zielgruppen zu erkennen und zu berücksichtigen.
Umbau für 2,9 Millionen Euro geplant
Nachdem im vergangenen Herbst die neu erbauten Zentral- und Institutsgebäude am Campus Coblitzallee einschließlich einer hochmodernen, digitalisierten Bibliothek und Mensaria bezogen werden konnten, gibt es jetzt grünes Licht für den Umbau und die Renovierung der bestehenden Altgebäude. Für insgesamt 2,9 Millionen Euro werden sie ab Januar 2010 auf einen modernen Standard gebracht, der den Anforderungen einer Hochschule gerecht wird. Im Mittelpunkt stehen die Verbesserung und Erweiterung der Infrastruktur für den Lehrbetrieb, die Modernisierung und Erweiterung der technischen und informationstechnologischen Labore sowie eine Vereinheitlichung der Außenansicht der alten und neuen Gebäude, um die Campusatmosphäre auszudehnen. Zusätzlich wird das Studentenwerk eine neue Cafeteria einrichten, die durch einen besonderen Loungecharakter auch Ort zum Lernen, Erholen und gemeinsamen Arbeiten bieten soll.
Neue Studienangebote der Fakultäten für Wirtschaft und für Technik
Stets im Dialog mit den Unternehmen und damit mit Blick auf Gesellschaft und Wirtschaft werden an der DHBW Mannheim kontinuierlich neue Studienangebote entwickelt. In der Fakultät für Technik startete zum 1. Oktober innerhalb des Studiengangs Maschinenbau erstmals die neue Vertiefungsrichtung erneuerbare Energiesysteme. Dabei übertrifft die Resonanz auf das neue Angebot mit 50 Studierenden sogar unsere Erwartungen, freut sich Professor Dr. Dirk Saller, Prorektor und Dekan der Fakultät für Technik. In den kommenden Jahren sollen auch Studierende weiterer technischer Fachrichtungen diese Zukunftstechnologien in ihr Bachelor-Studium integrieren können. „Mit diesem neuen Studienangebot tragen wir dem wachsenden Bedarf der Wirtschaft nach qualifizierten Fachkräften Rechnung“, erläutert Saller. Aufgrund der steigenden Energiepreise seien über alle Branchen hinweg und insbesondere in der verarbeitenden Industrie Experten zur Installation energieeffizienter Prozesse gesucht. Im Rahmen des praxisorientierten Studienkonzepts wurde auf dem Campus ein Versuchsfeld Erneuerbare Energien inklusive der zugehörigen Außenanlagen mit zunächst einer Photovoltaikanlage, einem Brennstoffzellen-Lernsystem sowie einer eigenen 9,8 KW Windkraftanlage vom Typ Aircon 10S auf dem Außengelände der Hochschule errichtet. Zusätzlich wurde ein Strömungslabor eingerichtet.
„Wir wollen alternative Energien als integrative Systemtechnologien vermitteln. Deshalb geben wir unseren Studierenden die Möglichkeit, sich ganzheitlich mit den wichtigsten Formen der regenerativen Energien wie Photovoltaik, Solarthermie, Windkraft oder Brennstoffzellen zu beschäftigen. Durch statistische Auswertungen und Prognosen soll dabei der optimale Nutzen aus dem Energiemix erzielt werden“, erklärt Studiengangsleiter Professor Felix Hausmann, der das neue Studienangebot maßgeblich aufgebaut hat. In Kooperation mit Partnerunternehmen plant die Hochschule ferner die Zusammenführung der Betriebsdaten ihrer Anlagen in einem zentralen Leitstand.
Auch in der Fakultät für Wirtschaft wurde und wird das Studienangebot kontinuierlich erweitert. In Kooperation mit der SAP Arena, dem ZDF und weiteren Unternehmen startete zum 1. Oktober 2009 im Studiengang BWL - Veranstaltungsmanagement der neue Schwerpunkt Sportmanagement. Auch hier kamen die Impulse von Seiten der Partnerunternehmen, die innerhalb ihrer Branche einen zunehmenden Personalbedarf im Umfeld großer Sportevents sehen.
Vor dem Hintergrund des Wandels, der sich derzeit nirgends schneller vollzieht als auf dem Gebiet der digitalen Kommunikation, wird die neue Vertiefungsrichtung Medienmanagement und Kommunikation entwickelt. Denn die Digitalisierung des Alltags stellt insbesondere Unternehmen und Agenturen vor große Herausforderungen, wenn Marketingstrategien und -maßnahmen weiterhin die gewünschte Wirkung beim Kunden erzielen sollen. Also sind Profis gefragt, die die Spielregeln der neuen digitalen Medienwelt beherrschen. Hier setzt ab dem kommenden Studienjahr die neue Vertiefungsrichtung an, die dann neben der erfolgreichen Studienrichtung Digitale Medien parallel angeboten wird.
Die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen Europas sind insbesondere in den internationalen Studiengängen der DHBW Mannheim immer im Blickfeld von Unternehmen und Studierenden. Diese Thematik findet zukünftig über den neuen Schwerpunkt Osteuropa und eine neue Kooperationsvereinbarung mit Rumänien, die in den nächsten Tagen von Professor Dr. Rainer Beedgen, Prorektor und Dekan der Fakultät für Wirtschaft unterzeichnet wird, verstärkt Eingang in die Studienpläne.
In Vorbereitung befindet sich außerdem ein trinationaler Studiengang, der für das kommende Jahr in Zusammenarbeit mit Hochschulen der Champagne (Frankreich) und Warschau (Polen) entwickelt wird.
Als Gesellschafter der Graduate School Rhein-Neckar bietet die DHBW Mannheim auch für die Zeit nach dem Studium interessante Perspektiven. Für Ende 2010 ist auch hier eine Erweiterung der bestehenden Masterprogramme in Health Care Management und IT Management vorgesehen.
Ausbau des Lehrpersonals
Die kontinuierlich hohe Studierendenzahl und die Einrichtung der neuen Studienangebote werden flankiert durch die Bereitstellung und Besetzung neuer Stellen. Im zurückliegenden Jahr konnten insgesamt 18 Professoren neu berufen werden und 23 neue Angestellte verstärken zusätzlich in den verschiedenen Servicebereichen das bestehende Team.
Für das kommende Studienjahr ist im Zuge der Ausbaupläne die Berufung von 21 Professoren vorgesehen. Daneben bilden rund 1.800 nebenberufliche Lehrbeauftragte aus der Praxis eine tragende Säule des dualen Studiensystems und sichern sowohl Wissenschaftsbezug als auch Praxisnähe.
Kontakt und weitere Informationen
Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim
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