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Studierende und Arbeitgeber in einem Boot – Ein Interview

Prof. Schröder, Sie sind am Standort Mannheim erster Ansprechpartner bei allen Fragen rund um den Master und zudem Wissenschaftlicher Leiter des neuen Masterprogramms „Supply Chain Management, Logistik und Produktion“ der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Was ist der Unterschied zu anderen Masterprogrammen auf dem Markt?

PROF. SCHRÖDER: Der DHBW-Master, der je nach Studiengang zum akademischen Grad eines Master of Arts (M. A.), Master of Engineering (M. Eng.) oder Master of Science (M. Sc.) führt, ist ein dualer. Das bedeutet, es gibt eine inhaltliche Verbindung von beruflicher Tätigkeit und Studium, was als berufsintegrierend bezeichnet wird. Im Grunde ist dies die logische Fortsetzung des seit 40 Jahren erfolgreichen dualen Bachelor-Studiums der DHBW.

Kann man das so einfach weiterführen?

PROF. SCHRÖDER: Nun, letztlich gilt es immer, Credits zu erwerben. Für den Master benötigt man – das ist international standardisiert – 300 ECTS. Mit dem Abschluss Bachelor hat man schon 180 ECTS oder sogar – so an der DHBW – 210 ECTS erworben.

Viel Zahlenspielerei …

PROF. SCHRÖDER: Überhaupt nicht; es ist eigentlich ganz einfach: Es fehlen 90 ECTS zum Master. Unser Dualer Master setzt sich nun aus drei Mal 30 ECTS zusammen. 30 ECTS für Module aus dem Bereich General Management (grob gesprochen: dem ABWL-Block), 30 ECTS für die Anfertigung von zwei Projektarbeiten und der Masterthesis und 30 ECTS für Module, um sich in einer sogenannten Studienrichtung zu vertiefen. Eine dieser Studienrichtungen, wir haben aktuell neun, ist eben „Supply Chain Management, Logistik und Produktion“, neben „Marketing“ oder auch „Accounting“.

Und was machen die, die nur 180 ECTS in ihrem Bachelor erworben haben?

PROF. SCHRÖDER: Fachfremde müssen drei Grundlagenmodule der BWL belegen und „Praxiserfahrung“ erwerben. Wir realisieren dies über die Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit zusammen mit ihrem jeweiligen Unternehmen, eine Art kleines Beraterprojekt. Bachelor-Absolventen/innen der BWL fertigen zwei dieser Arbeiten an, benötigen selbstverständlich keine Grundlagenmodule.

Und in jeder Studienrichtung gibt es Module?

PROF. SCHRÖDER: Richtig. Ein Modul entspricht, von einigen Ausnahmen abgesehen, fünf ECTS, man benötigt also zwölf Module. Und jetzt kommt das Besondere und Attraktive für Studierende und auch ihren Arbeitgeber …

Nämlich?

PROF. SCHRÖDER: … dass man sich seine Module selbst zusammenstellen kann, übrigens auch aus anderen Studienrichtungen. Ein angehender Projektmanager eines Logistikdienstleisters möchte vielleicht neben klassischen logistischen Inhalten, wie beispielsweise Ausschreibungsmanagement, auch Strategisches Personalmanagement oder B2B-Kommunikation vertiefen, Module also, die aus anderen Studienrichtungen stammen.

Das bedeutet, das Programm ist branchenübergreifend ausgerichtet?

PROF. SCHRÖDER: Das ist die Idee dabei. Man kann sein individuelles Programm zusammenzustellen, ausgerichtet an der eigenen Karriereplanung und/oder dem aktuellen Arbeitsgebiet – gerade in Abstimmung mit dem Arbeitgeber. Ein Bachelor-Absolvent aus der Industrie möchte unter Umständen tiefer in die Produktionslogistik eintauchen, eine Einkäuferin im Handel legt vielleicht eher Wert auf den Schwerpunkt Einkauf.

Genügen die Inhalte im Bachelor-Studium nicht?

PROF. SCHRÖDER: Die Frage ist berechtigt. Ein Bachelor-Studiums ist breit ausgelegt. Ein Masterprogramm geht fachspezifisch in die Tiefe; was wir übrigens auch müssen, denn die Studierenden zahlen letztlich dafür.

Womit wir beim Thema wären …

PROF. SCHRÖDER: Der Duale Master Wirtschaft kostet 15.300 Euro, der der Technik aufgrund der Labore 18.300 Euro und der in Sozialwesen 6.300 Euro. Damit liegen wir überall eher im unteren Bereich. Die Zugangsberechtigung liegt übrigens bei einem Bachelor-Notenschnitt von 2,5.

Sonst gibt es keine Voraussetzungen?

PROF. SCHRÖDER: Doch. Der Arbeitgeber muss einverstanden und als Partnerunternehmen an der DHBW zugelassen sein, was aber nur eine Formalie ist. Und es muss ein Jahr zwischen Bachelorabschluss und Masterbeginn liegen.

Das ist aber nicht kundenfreundlich …

PROF. SCHRÖDER: Ein Jahr Berufserfahrung ist sinnvoll, um die eigenen beruflichen Ziele zu klären und sich in der Abteilung als förderungswürdig zu profilieren. Für die, die es sehr eilig haben, bieten wir das Kontaktstudium an. Es können bereits erste Module belegt und Klausuren geschrieben werden. Nur formal ist man noch nicht eingeschrieben, man ist quasi Gasthörer. Selbstverständlich werden alle Leistungen im Nachgang anerkannt! Man verliert also keine Zeit.

Wie soll eigentlich der Spagat zwischen Büro und Studium in der Praxis funktionieren?

PROF. SCHRÖDER: Nun, zuerst muss man ehrlich sein: Der Master ist ein vollwertiger Abschluss, der zudem rein formal zur Promotion berechtigt. Den Abschluss wird man daher nicht geschenkt bekommen. Der Spagat wird zeitlich anspruchsvoll, dafür aber ist man weiterhin in Lohn und Brot und kann die Karriere vorantreiben. Immer zu Beginn eines Semesters wird es eine ganze Woche Vorlesung geben, danach immer Zwei- und Drei-Tages-Blöcke. Das lässt sich hoffentlich gut mit dem Job kombinieren. Auf der Webseite des CAS findet man eine beispielhafte Semesterplanung mit Präsenztagen.

CAS?

PROF. SCHRÖDER: Das Center for Advanced Studies. Das ist die Institution der DHBW, die alle Masterprogramme bündelt und administriert. Das CAS sitzt auf dem Bildungscampus in Heilbronn. Dort finden auch die Vorlesungen der Module des General Managements statt, die Module der Studienrichtungen dagegen werden dezentral an den einzelnen DHBW-Standorten gehalten, dort, wo die Dozenten/innen ihren Sitz haben.

Und wer hält die Vorlesungen?

PROF. SCHRÖDER: Professoren und Professorinnen der DHBW, ergänzt um externe Experten. Mein Anspruch als Wissenschaftlicher Leiter ist es natürlich, für jedes Modul jetzt und in Zukunft die besten Kollegen und Kolleginnen zu gewinnen.

Prof. Schröder, vielen Dank für das Gespräch.

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Erstkontakt

Prof. Dr. Michael Schröder

Leiter Geschäftsstelle Master

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