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13.05.2008

solo 2070. morgen war heute ist gestern.

Die Macher von solo2070 - Studierende des Studiengangs Digitale Medien

Große Resonanz bei der Präsentation von Solo2070 der BA-Studierenden im Werkhaus des Nationaltheaters am vergangenen Freitag.Gemeinsam mit über 300 Gästen wagten die Studierenden des Studiengangs Digitale Medien der Berufsakademie (BA) Mannheim am vergangenen Freitag vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Tendenzen einen sozialkritischen Blick in die Zukunft und präsentieren ihre Antworten auf die Frage wie unsere Gesellschaft in 60 Jahren wohl aussehen wird.

Ihr verfolgter Leitgedanke hierbei ist: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind miteinander verflochten. Die Zukunft wird bestimmt durch die Gegenwart. Trends, die sich heute erkennen lassen, definieren das Morgen. Ebenso stellt das aktuelle Geschehen die Folge vergangener Handlungen dar. Mit anderen Worten: „Morgen war heute ist gestern“. Mit „solo 2070“ entstand die utopische Vision einer Gesellschaft im Jahre 2070, die es nicht geschafft hat, sich aktuellen Problemen zu stellen.

Mit einer visionären Rede nahm der Student Sebastian Fletzberger zu Beginn der Veranstaltung die Besucher zunächst mit auf eine Reise in das Jahr 2095 und erläuterte eindrucksvoll die Ursachen, die zur Sologesellschaft geführt haben. Realität und Fiktion verschmolzen: die Gäste befanden sich in „Wahrheit“ bei den Eröffnungsfeierlichkeiten einer Ausstellung des Studiengangs „Digitale Künste“ der erneut ins Leben gerufenen BA Mannheim. Auf dieser präsentiert der erste Absolventenjahrgang seit Jahrzehnten seine Abschlussarbeiten.

Mit der anschließenden Premiere eines Kurzfilms, wird dann die große Wende in der solo-Gesellschaft von 2070 aufgezeigt. Die Doku-Fiction, bei der Schauspieler des Nationaltheaters mitgewirkt haben, setzt die besondere Idee der Studierenden eine rückblickende Betrachtung der Zukunft zu drehen sehr gut um. Der Film zeigt das Selbstexperiment eines Mannes, der in dieser Gesellschaft lebt. In einer Gesellschaft die kein menschliches Miteinander, keine Hilfsbereitschaft mehr kennt. Er setzt sich zunehmend kritisch mit den Konsequenzen seines Lebensstils auseinander, der so typisch ist für seine Gesellschaft, und obwohl er noch nicht imstande ist, es zu artikulieren, beginnt er Menschlichkeit zu vermissen. Nach mehreren erfolglosen Versuchen Menschen, die ihm in diesen Alltagssituationen begegnen, die Augen zu öffnen, begibt er sich in eine belebte U-Bahn-Station und lässt sich auf einer Bank nieder. Dort will er solange Ausharren, ohne Nahrung oder Flüssigkeit zu sich zu nehmen, bis ihn einer der Passanten anspricht. So vergingen die Tage, bis er letztendlich auf der Bank starb. Er hätte sein Unterfangen jederzeit beenden können. Theoretisch. Doch was bliebe ihm dann außer seiner nun leeren Existenz?

Eindrucksvoll flankiert wurde der Film anschließend von mehreren Videoinstallationen, die mittels eines Visual Cubes präsentiert wurden, und die Entwicklung hin zur solo-Gesellschaft aus unterschiedlichen Blickwinkeln aufzeigten. Dabei standen Themen und Aspekte wie u. a. der demographische Wandel, die Leistungsgesellschaft, rückgängige Geburtenrate im Fokus der Betrachtung und regten zum Nachdenken an. Um das sehr komplexe Thema und dessen Umsetzung noch einmal nachvollziehen zu können, konnten die Besucher eine professionell gestaltete Broschüre mit nach Hause nehmen. Alle Exponate fügten sich in das sozialkritische Gesamtbild ein und demonstrierten die Entwicklung hin zu der solo-Gesellschaft, thematisierten diese und zeigten letztendlich die Wende.

Die vorgestellte Arbeit der Studierenden rüttelt auf, regt zum Nachdenken und Reflektieren an. Die Studierenden bieten daher mit ihrer Website: www.solo2070.de auch nach Abschlusspräsentation die Gelegenheit, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Hier finden sich zahlreiche Exponate und Bilder vom Event wieder.

Zum Hintergrund

Dem dreimonatigen Crossmedia-Projekt unter der Leitung des Dozenten Dr. Stephan Ehringer liegt ein innovatives didaktisches Konzept zugrunde - die interdisziplinäre Verknüpfung der Lehrveranstaltungen Projektmanagement, Medienprojekt, Audio-Visuelle Medien und Marketing bietet den Studierenden die Chance, frisch aufgenommene theoretische Grundlagen praktisch umzusetzen. Dabei erfüllen sie sämtliche Projektaufgaben in Eigenregie, angefangen bei der Konzeptionierung, über die Projektplanung bis hin zur crossmedialen Produktion.

 

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